MSC Kreuzfahrten
Das Unternehmen im Porträt

Eine 130 Meter lange Seilrutsche, die über die Köpfe der Kreuzfahrtgäste auf dem Oberdeck hinwegführt. Eine fast 100 Meter lange, zweistöckige Innenpromenade, die von einem 480 Quadratmeter großen LED-Himmel erleuchtet wird. Eine kreisrunde Bühne, auf der exklusive Cirque du Soleil Shows zu sehen sind. Die Liste der Attraktionen der MSC Kreuzfahrtschiffe ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Grund genug, das dahinterstehende Unternehmen einmal unter die Lupe zu nehmen.

Vom Fracht- zum Kreuzfahrtunternehmen

Im Jahr, in dem sich die Beatles trennen, legt ein italienischer Kapitän den Grundstein für eines der wichtigsten Unternehmen der modernen Seefahrtgeschichte: Gianluigi Aponte erwirbt 1970 sein erstes Schiff und gründet die Mediterranean Shipping Company, kurz MSC. Zunächst konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf den Transport von Containern. Heute ist MSC mit Sitz in Genf die zweitgrößte Containerreederei nach Mærsk Line und verfügt mit seiner Kreuzfahrtgesellschaft MSC Cruises S.A. über ein zweites Standbein.

Der Einstieg ins Kreuzfahrtgeschäft beginnt 1987, als MSC Flotta Lauro kauft und in StarLauro Cruises umbenennt. Das Unternehmen wird 1995 in Mediterranean Shipping Cruises und später in MSC Cruises umbenannt.


Hohes Wachstum und zahlreiche Neubauten

Zunächst kauft MSC Cruises ältere Gebrauchtschiffe auf. Dank der guten Nachfrage nach Urlaubsreisen auf dem Meer beginnt das Unternehmen im Jahr 2003 mit dem Ausbau seiner Kreuzfahrtflotte und stellt seinen ersten Neubau, die MSC Lirica, in Dienst. Bereits ein Jahr später folgt mit dem Schwesterschiff MSC Opera Neubau Nummer zwei, zudem übernimmt MSC Cruises zwei Schiffe des insolventen Konkurrenten Festival Crociere S.p.A., die als MSC Armonia und MSC Sinfonia in die Flotte integriert werden.

MSC Kreuzfahrten Logo

Für den Kapazitätsausbau nimmt das Unternehmen sagenhafte 5,5 Milliarden Euro in die Hand. So stoßen in den Folgejahren MSC Musica (2006) sowie die Schwesterschiffe MSC Orchestra (2007) und MSC Poesia (2008) zur Flotte. Als MSC Fantastia im Dezember 2008 in Dienst gestellt wird, ist sie das größte bis dahin für eine europäische Reederei gebaute Kreuzfahrtschiff. Die nahezu baugleiche MSC Splendida folgt im Juli 2009, MSC Divina im Mai 2012. Im März 2010 gesellt sich MSC Magnifica zur Flotte, im Mai 2012 MSC Divina und im März 2013 MSC Presziosa.


Das Renaissance-Programm

MSC Lirica

MSC Cruises hat damit noch lange nicht genug. Vielmehr legt die Kreuzfahrtgesellschaft ein weiteres Investitionsprogramm auf: das Renaissance-Programm. Dadurch sollen die Schiffe intelligenter, größer und schöner werden. Und so wird die bestehende Flotte für 200 Millionen Euro modernisiert. Um mehr (Balkon-) Kabinen sowie neue Freizeitmöglichkeiten und Freiflächen mit zusätzlichen (Kinder-) Pools zu erhalten, werden die vier Schiffe der Lirica-Klasse in der Mitte durchgeschnitten und ein Verlängerungsstück eingesetzt.


Zweites Investitionsprogramm: Noch mehr Neubauten

MSC Belissima und Meraviglia

Neun Milliarden Euro. Dieses unglaubliche Budget investiert MSC Cruises in eine massive Erweiterung seiner Kreuzfahrtflotte. So plant die Reederei mit 13 neuen Schiffen zwischen 2017 und 2026. Nachdem MSC Meraviglia und MSC Seaside 2017 sowie MSC Seaview 2018 in Dienst gestellt wurden, geht es in den kommenden Jahren also Schlag auf Schlag. Allein 2019 werden mit MSC Bellissima und MSC Grandiosa zwei neue Ozeanriesen in Dienst gestellt. Unter den kommenden Neubauten sind auch vier Worldclass Schiffe, die mit „LNG propulsion technology“ ausgestattet sind. Dank ihres Flüssigerdgasantriebs (LNG) sollen diese Kreuzfahrtschiffe zu den umweltschonendsten ihrer Art gehören.


Italienische Wurzeln, weltweit aktiv

Gegründet vom italienischen Kapitän Gianluigi Aponte, der noch heute Eigentümer des Unternehmens ist, bleibt MSC Cruises dem Mittelmeerraum stark verbunden. Das drückt sich zum einen im Namen aus (Mediterranean – also Mittelmeer – Shipping Company), zum anderen in den vielen Reisen, die die Reederei dort anbietet. Natürlich finden nicht alle MSC Schiffe Platz in dem europäischen Meer, sodass die Flotte weltweit aktiv ist. Zu den MSC Zielgebieten zählen beispielsweise Südafrika, Kuba, die USA & Kanada und Nordeuropa.

Auch der Vertrieb der Reisen ist internationalisiert: „Der deutsche Markt wird von der Tochtergesellschaft MSC Kreuzfahrten GmbH in München als Veranstalter betreut, […] die amerikanische Niederlassung hat ihren Sitz in Fort Lauderdale“, wie Wikipedia weiß.

Staff guest service

Folgerichtig treffen an Bord der MSC Schiffe Gäste aus verschiedensten Nationen aufeinander. Aufgrund der mediterranen Herkunft der Reederei sind Italiener, hierunter viele Familien, stark vertreten. Allerdings hängt die genaue Herkunft der Gäste an Bord stark mit dem Fahrtgebiet der Schiffe zusammen: In Nordeuropa sind tendenziell zahlreiche Deutsche an Bord, in der Karibik viele Amerikaner. Offizielle Bordsprache ist Englisch, wichtige Informationen, Speisekarten und Programminformationen werden jedoch in mehrere Sprachen, darunter Deutsch, übersetzt.


Moderne Technologien und atemberaubende Erlebnisse

Um den Gästen immer mehr auf dem Meer zu bieten, investiert MSC Kreuzfahrten nicht nur in den Bau seiner Schiffe, sondern auch in deren Ausstattung an Bord. So steht den Urlaubern künftig auf allen Schiffen die „MSC for Me“-App zur Verfügung. Mithilfe der Anwendung können sich die Reisenden mit der Crew verbinden, Restaurants, Ausflüge und Veranstaltungen buchen, sich über das Schiff navigieren lassen oder ihre Kinder an Bord lokalisieren.

MSC Show Akrobaten

MSC investiert auch stark in das Freizeit- und Unterhaltungsangebot seiner Flotte und kooperiert mit dem Cirque du Soleil. Das Entertainment-Unternehmen aus dem kanadischen Montreal hat eigens für die Neubauten (ab MSC Meraviglia) exklusive Shows entwickelt, die die Gäste sprachlos machen. Darüber hinaus warten unzählige weitere Erlebnisse auf MSC Gäste, beispielsweise Opern-Aufführungen, Livemusik, Partys und vieles mehr.


Soziales Engagement und Umweltschutz

Wer auf dem Meer aktiv ist und wessen Herz für den Ozean schlägt, weiß: Gewässer sind empfindliche Ökosysteme. Aus diesem Grund sucht MSC Cruises ständig nach neuen Wegen, um die Auswirkungen von Schiffsreisen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass alle MSC Schiffe möglichst hydro- und aerodynamisch gebaut werden und dass das Recycling von Abfällen direkt mit den Häfen koordiniert wird, um Metall, Papier und Glas direkt dem Wiederverwertungskreislauf zuzuführen. Vier der von der Reederei bestellten Neubauten werden darüber hinaus mit umweltschonender LNG-Technologie ausgestattet.

Als weltweit aktives Unternehmen setzt sich MSC Cruises darüber hinaus für die Ärmsten der Armen ein: Im Jahr 2009 hat MSC gemeinsam mit UNICEF das Projekt „Get on board for children“ gegründet. So konnten bislang bereits mehr als 8 Millionen Euro gesammelt werden, um Kindern in Not zu helfen – beispielsweise, indem Unterernährung mit therapeutischer Fertignahrung bekämpft wird.